Linktree Alternative: DSGVO-konform & kostenlos (2026)
Du willst von Linktree wechseln, weil dir das Thema DSGVO nicht geheuer ist — und suchst eine DSGVO-konforme Linktree Alternative, die dauerhaft kostenlos bleibt? Dann kennst du das Problem vermutlich schon: Linktree ist ein australisches Unternehmen und speichert Daten außerhalb der EU[1]; die Besucherseite setzt zudem Cookies, ohne vorher eine Einwilligung einzuholen[2]. Für Nutzer in der EU — und besonders in Deutschland, wo die Datenschutzbehörden aktiv durchgreifen — wirft das echte rechtliche Fragen auf.
Dieser Artikel ist keine Panikmache. Linktree hat Schritte in Richtung DSGVO-Konformität unternommen: Es gibt einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und Standardvertragsklauseln (SCC). Trotzdem gibt es gute Gründe, über eine Alternative nachzudenken — vor allem, wenn dein Publikum überwiegend europäisch ist oder du in einer Branche mit strengen Compliance-Anforderungen arbeitest. Schauen wir uns an, was wirklich zählt.
Kurz gesagt
MinglyLink ist eine kostenlose Linktree-Alternative von einer UK-Firma (UK-DSGVO, EU-Angemessenheitsbeschluss): Die öffentliche Bio-Seite setzt keine Cookies und lädt keine Tracking-Skripte von Dritten, ein Impressum-Feld gibt es direkt in den Seiteneinstellungen, und Shop sowie Terminbuchung sind ohne Bezahlplan dabei. Brauchst du zwingend Hosting in Deutschland, sind Zeeg oder Wonderlink die strengere Wahl.
Linktree Alternative im Überblick: kostenlos, datenschutzfreundlich, mit Shop & Terminbuchung →
Warum Link-in-Bio-Tools ein DSGVO-Problem haben
Jedes Link-in-Bio-Tool sammelt Daten über die Personen, die deine Seite besuchen. Mindestens: IP-Adressen, Geräteinformationen, Browser-Typ, Klick-Zeitstempel und Referrer-Daten. Manche Tools setzen zusätzlich Tracking-Cookies und binden Analyse-Dienste von Drittanbietern ein.
Unter der DSGVO gelten dafür klare Regeln. Die zwei wichtigsten für Link-in-Bio-Tools:
Beschränkungen beim Datentransfer. Personenbezogene Daten von EU-Bürgern dürfen nur in Länder mit „angemessenem“ Datenschutzniveau übertragen werden — oder mit besonderen Garantien wie den Standardvertragsklauseln. Die USA haben für allgemeine Datentransfers keinen Angemessenheitsbeschluss (das EU-US Data Privacy Framework deckt nur zertifizierte Unternehmen ab).
Transparenz und Einwilligung. Besucher müssen darüber informiert werden, welche Daten zu welchem Zweck erhoben werden. Cookie-Banner, Datenschutzerklärung und das Recht auf Löschung gelten alle. Nach dem TTDSG ist für nicht zwingend erforderliche Cookies eine aktive Einwilligung nötig — und Tools, die Tracking-Pixel von Dritten einbinden, lösen diese Pflicht oft aus, ohne sie dem Seitenbetreiber transparent zu machen.
Wo Linktree beim Datenschutz steht
Fair bleiben: Linktree ignoriert die DSGVO nicht. Geboten werden ein Auftragsverarbeitungsvertrag, Standardvertragsklauseln für Datentransfers, ein DSGVO-Antragsformular für Betroffenenrechte und eine Datenschutzerklärung, die sowohl auf die EU-DSGVO als auch auf die UK-DSGVO verweist.
In der Praxis bleiben aber drei Reibungspunkte, die in Deutschland besonders ins Gewicht fallen:
Daten außerhalb der EU. Linktree sitzt in Melbourne, Australien; laut e-recht24.de werden die Daten außerhalb der EU gespeichert[1]. Die SCC bieten zwar eine rechtliche Grundlage — seit dem Schrems-II-Urteil des EuGH ist aber umstritten, ob sie für solche Drittlandtransfers allein ausreichen.
Das deutsche „2-Klick-Problem“ beim Impressum. Nach deutschem Recht müssen Impressum und Datenschutzerklärung von jeder öffentlichen Seite aus mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein. Verlinkt deine Instagram-Bio auf Linktree und liegt dein Impressum erst dahinter, sind das drei Klicks: Instagram-Profil → Linktree → Impressum. Das verletzt die 2-Klick-Regel technisch und kann Abmahnungen nach sich ziehen — in Deutschland leider keine Seltenheit.
Cookies ohne Einwilligung. Laut vgsd.de setzt die Linktree-Seite Cookies, ohne vorher ein Opt-in einzuholen[2]; die Analyse-Funktionen erheben Besucherdaten, die eine Einwilligungspflicht auslösen können. Auf einer Standard-Linktree-Seite gibt es keinen Cookie-Consent-Mechanismus für Besucher — was bedeutet, dass der Seitenbetreiber für die Datenerhebung mithaften kann. Einen breiteren Vergleich von kostenlosen und kostenpflichtigen Tools findest du in unserer Übersicht kostenloser Linktree-Alternativen (auf Englisch).
Und das Preisschild dazu. Im Gratis-Tarif bleibt das Linktree-Logo auf deiner Seite und im QR-Code, die Statistiken reichen nur 28 Tage zurück, und wer über Linktree verkauft, zahlt 12 % Provision (Starter und Pro 9 %, erst Premium 0 %)[3]. Im November 2025 wurden die Abos zudem deutlich teurer: Starter von 5 $ auf 8 $ (+60 %), Pro von 9 $ auf 15 $ (+67 %)[4].
Die Position von MinglyLink beim Datenschutz
MinglyLink wird von MinglyLink Ltd betrieben, einem in England und Wales registrierten Unternehmen (Company No. 16484762). Das Vereinigte Königreich hat mit der UK-DSGVO eine eigene Umsetzung der DSGVO (nach dem Brexit übernommen), und die EU hat dem UK einen Angemessenheitsbeschluss erteilt — Datentransfers zwischen UK und EU sind also ohne zusätzliche Garantien zulässig.
Was das konkret bedeutet — Stand der Prüfung: September 2026:
- Keine Cookies, kein Dritt-Tracking auf der Bio-Seite. Deine öffentliche Seite (ming.ly/dein-name) setzt keine Cookies, lädt keine Google Fonts und keine Tracking-Skripte von Dritten — kein Google Analytics, kein Meta-Pixel. Aufrufe und Klicks werden ausschließlich first-party gezählt; einen Consent-Banner brauchst du dafür nicht.
- Werbung aus eigenem Inventar. Die Anzeigen auf Bio-Seiten stammen aus MinglyLinks eigenem Inventar, nicht von Ad-Netzwerken mit seitenübergreifendem Tracking.
- Impressum-Feld inklusive. In den Seiteneinstellungen gibt es ein eigenes Impressum-Feld, das im Footer deiner Bio-Seite angezeigt wird; die Datenschutzerklärung verlinkst du als normalen Link. So hältst du die 2-Klick-Regel ein.
- Kein Bezahlplan für Datenschutz-Funktionen. Es gibt nur einen Plan, und der ist kostenlos — inklusive Shop mit Warenkorb und Bestellungen sowie Terminbuchung. Eine kleine „Powered by MinglyLink“-Zeile bleibt im Footer jeder Seite.
- Verkaufen auf derselben Seite: 0 % MinglyLink-Gebühr: Zahlung über deinen eigenen Zahlungslink, nur Anbietergebühren. Wie das geht, zeigt der Guide Digitale Produkte verkaufen: kostenlose Plattform.
- AVV auf Anfrage: info@mingly.link.
Wir wollen aber auch ehrlich sagen, was wir NICHT sind: Wir sind kein deutsches Unternehmen, und die Hosting-Region wird derzeit nicht veröffentlicht. Wenn du Hosting speziell in der EU (oder konkret in Deutschland) brauchst, sind Tools wie Zeeg und Wonderlink darauf ausgelegt. MinglyLinks Position ist UK-DSGVO mit EU-Angemessenheit plus eine Bio-Seite ohne Cookies und Dritt-Tracker — eine starke Grundlage, aber etwas anderes als EU-gehostet.
Weitere datenschutzfreundliche Alternativen
Wir sind nicht die einzige Option — und es ist uns lieber, du wählst das richtige Tool, als dass du uns aus den falschen Gründen wählst.
Zeeg (zeeg.me) — Deutsches Unternehmen, Daten ausschließlich auf europäischen Servern. Kombiniert Link-in-Bio mit Terminbuchung. Wenn dein Hauptanliegen ist, dass Daten in der EU bleiben, ist Zeeg die strengste Option. Kostenloser Plan verfügbar.
Wonderlink — Deutsches Unternehmen, unterstützt von der IT-Recht Kanzlei. Speziell für die DSGVO-Konformität von Link-in-Bio-Seiten entwickelt, Hosting auf deutschen Servern. Die Oberfläche ist derzeit nur auf Deutsch, was den internationalen Einsatz einschränkt.
Selbst gehostete Lösung — Mit technischem Know-how kannst du deine eigene Link-Seite auf eigenem Hosting bauen. Volle Kontrolle über die Datenverarbeitung, keine Drittland-Transfers, keine Abhängigkeit von der Datenschutzpraxis eines Anbieters. Der Nachteil: Du baust und pflegst alles selbst.
Steht bei dir der Preis im Vordergrund und nicht der Serverstandort? Dann schau in unseren Vergleich der besten kostenlosen Linktree-Alternativen (2026).
DSGVO-konformer Linkbaum: die Checkliste
„Linkbaum" ist das deutsche Wort für genau diese Art von Seite — und egal, für welchen Anbieter du dich entscheidest, an diesen fünf Punkten erkennst du, ob sich dein Linkbaum DSGVO-konform betreiben lässt:
- Serverstandort & Datentransfers: Werden Besucherdaten in der EU bzw. im UK verarbeitet, oder laufen sie über US-Server? Gibt es Standardvertragsklauseln oder einen Angemessenheitsbeschluss?
- AVV verfügbar: Stellt der Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit?
- Tracking & Cookies: Setzt die Seite Cookies oder Dritt-Tracker, die nach TTDSG eine aktive Einwilligung erfordern — und gibt es dafür einen Consent-Mechanismus? Datenschutzbewusste Nutzer suchen genau danach: „keine Tracking-Cookies, kein Consent-Banner nötig, IP-Adressen werden nicht dauerhaft gespeichert".
- Impressum in 2 Klicks: Kannst du Impressum und Datenschutzerklärung direkt auf der Bio-Seite verlinken?
- Keine Datenschutz-Paywall: Sind datenschutzrelevante Funktionen (Impressum-Feld, eigene rechtliche Links, Statistiken ohne Dritt-Tracker) kostenlos — oder erst im Bezahlplan?
Warum Linktree gleich an mehreren dieser Punkte scheitert, haben wir separat aufgeschlüsselt: Warum Linktree nicht DSGVO-konform ist (2026).
So triffst du die Entscheidung
Ein praktischer Leitfaden:
Dein Publikum ist überwiegend in Deutschland und die Compliance ist streng (Recht, Medizin, Finanzen): Nutze Zeeg oder Wonderlink — EU-gehostet, eigens für die DSGVO gebaut.
Dein Publikum ist europäisch, aber du bist nicht in einer Hochrisiko-Branche: MinglyLink (UK-DSGVO mit EU-Angemessenheit, keine Cookies und kein Dritt-Tracking auf der Bio-Seite) ist eine solide Wahl. Trag dein Impressum ins Impressum-Feld ein und verlinke deine Datenschutzerklärung, um die 2-Klick-Regel zu erfüllen.
Dein Publikum ist global und die DSGVO ist ein Thema, aber nicht das wichtigste: Linktree mit AVV und SCC ist rechtlich vertretbar — kenne aber die Reibungspunkte. Unser Vergleich der besten Link-in-Bio-Tools (auf Englisch) geht ins Detail.
Du willst maximale Datenkontrolle: Selbst hosten. Nichts anderes gibt dir das.